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Was ist eigentlich ein Verein?

Eltern, Sport, Musik, Alumni, … – Vereine kennt man aus den unterschiedlichsten Bereichen. Aber was ist ein Verein eigentlich genau? Welche Voraussetzungen muss man bei der Gründung beachten und wie sieht das Ganze mit Gewinn aus? Der Grazer Steuerberater Michael Binder kennt die genaue Definition von Vereinen und weiß, worauf es ankommt.

Man nehme mindestens 2 Personen, einen gemeinsames Zweck und verzichte dabei auf Gewinn. Das Ganze formuliert man schriftlich, schickt der Behörde und fertig ist die Vereinsgründung. So einfach? Nicht ganz. Es kommt auf die Details an …

Gewinn von Vereinen

Der Vereinszweck muss ideell sein. Beispiele dafür: den Fußballsport unter Jugendlichen zu fördern, Veranstaltungen zum Vernetzen der Alumni organisieren, sich für den Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Tierart einsetzen, …. „Ideell“ heißt auch, dass das Ganze nicht auf Gewinn ausgerichtet sein darf. Deshalb spricht man auch von einem Idealverein oder nichtwirtschaftlichen Verein. Michael Binder erläutert: „Das heißt aber nicht, dass ein Verein keine Gewinne erzielen darf. Der Sportverein darf beispielsweise ein Fest organisieren, mit dem er Gewinn macht. Der Gewinn darf dann dazu genutzt werden, neue Ausrüstung für die Spieler zu kaufen. Nicht erlaubt wäre es, das Geld an die Mitglieder auszubezahlen.“ Kurzum: Ein Verein darf sich erwerbswirtschaftlich betätigen (Nebenzweckprivileg), wenn er den Gewinn daraus wieder für Vereinszwecke nützt.

Die Vereinsstatuten

Für die Gründung braucht es schriftliche Vereinsstatuten. Diese müssen mindestens folgende Informationen enthalten bzw. Fragen beantworten:

  • Vereinsnamen, Vereinssitz und Vereinszweck
  • Beschreibung der Tätigkeiten und wie man die finanziellen Mittel dafür aufbringt
  • Wie wird man Mitglied? Wie beendet man die Mitgliedschaft?
  • Rechte und Pflichten der Vereinsmitglieder
  • Wer sind die Organe des Vereins und welche Aufgaben haben sie? (mindestens 2 Leiter, 2 Rechnungsprüfer bzw. einen Abschlussprüfer – je nach Vereinsgröße)
  • Wie werden die Organe bestellt und für wie lange?
  • Was braucht es für gültige Beschlüsse?
  • Wie werden Streitigkeiten geschlichtet?
  • Was passiert im Falle einer (freiwilligen Auflösung? Wie wird das Vermögen in dem Fall verwertet?

Einen Verein gründen

Ein neuer Verein muss außerdem der Vereinsbehörde (Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Sicherheitsbehörde I. Instanz) gemeldet werden. Erst danach erhält man einen schriftlichen Bescheid, mit dem der Verein offiziell als juristische Person entsteht (oder nach einer 4- (bzw. 6-)wöchigen Frist nach der Anzeigenerstattung an die Vereinsbehörde, wenn von ihr kein Untersagungsbescheid ergeht.

Haftung für Vereinsorgane

Dazu Michael Binder: Grundsätzlich haftet nur der Verein mit seinem Vermögen für Verbindlichkeiten. Wenn ein Organ oder Mitglied allerdings sorgfaltswidrig gehandelt haben, kann es zu einer Haftung mit dem Privatvermögen kommen. Sorgfaltswidrig könnte z.B. sein, wenn ein Elternverein ein Schulfest mit einer Rockgruppe organisiert, ohne die finanziellen Mittel dafür zu haben oder wenn Vereinsmittel für private Zwecke verwendet werden. Auch wenn Vorschriften in Bezug auf die Rechnungslegung oder die Abgaben nicht eingehalten werden, kann es zu einer persönlichen Haftung kommen.

Rechnungswesen und Steuerpflicht

In welcher Form ein Verein seine Buchhaltung führen muss bzw. steuerpflichtig ist, ist abhängig von Art und Größe. Ein Vereins-Check, so wie ihn die Kanzlei Binder, Grossek & Partner anbietet, lohnt sich vor allem im Zuge der Vereinsgründung. Dann weiß man von Anfang an, worauf man achten muss und kann sich mit gutem Gewissen im Verein engagieren.

2018-03-14T15:44:54+00:00